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Gründe oder Ursachen des zweiten Weltkrieges?
Wenn man einen Krieg will, hat man dafür Gründe.
Wenn man einfach „hineinrutscht“, gibt es dafür Ursachen.
Über den Verlauf des bisher größten aller Kriege wurden
bereits sehr viele Bücher und Schriften verfasst. Die Frage ist nur, warum sich kaum einer mit den Gründen,
oder waren es Ursachen, beschäftigt hat. Das hat zur Entstehung der
verschiedensten Theorien geführt:
- Amerika habe
Hitler aufgebaut
- Die Juden
hätten Hitler finanziert
Die Liste ist sehr lang und die Theorien zu aberwitzig,
um auch nur Erwähnung zu verdienen.
Es handelt sich wie bei fast allen bewaffneten
Konflikten, auch hier um wirtschaftliche, und wie uns die Größe anzeigt, um
globale Interessen. Dass das kleine Deutschland dabei die Rolle der Zündkerze
spielen sollte, hat historische Ursachen.
Zu Beginn der Neuzeit hatten die Portugiesen und Spanier
der Welt durch die päpstliche Besiegelung eines Dokuments gezeigt, wie man
die Welt aufteilen muss. Es wurde einfach eine Linie vom Nordpol bis zum
Südpol gezogen, die den Globus in zwei Interessenzonen teilte. Es ging
hauptsächlich um die Ausbeutung von Afrika und Südamerika und den beginnenden
Sklavenhandel in Großformat. England und Frankreich traten ein bisschen
später in den Ring und machten sich über Afrika, Nordamerika, Asien und
Australien her. Das zaristische Russland kam über Sibirien bis nach Alaska.
Das Osmanische blieb an der Verbindung zwischen Asien, Europa, Afrika und dem
Mittelmeer, das Habsburgische Reich auf dem Balkan bis zum Schwarzen Meer eingeschlossen.
Die U.S.A. hatten 1823 mit der Monroe-Doktrin Südamerika zu ihrem
Einflussgebiet erklärt und Revolutionen, wie die des Bolivar, mit allen
Mitteln unterstützt.
Und Deutschland? Es war wegen seiner Zersplitterung
einfach kein Machtfaktor gewesen. Als es dann endlich unter der Führung
Preußens zur Entfaltung kam, war die Welt schon aufgeteilt. Rohstoffe gab es
im Land nur begrenzt vorhanden, vor allem Erdöle für synthetische Stoffe
fehlten. Die Engländer kontrollierten deren Einfuhr auf das europäische
Festland. Schon der preußische König zog England in einen
Schiffrüstungswettbewerb hinein. Alle warteten darauf, die Grenzen der
Einflusszonen neu zu ziehen. Deshalb begann der erste Weltkrieg, damals noch
der „Große Krieg“, „Great War“, genannt.
Deutschland verlor diesen Konflikt, aber keiner hatte
wirklich gewonnen. Russland war kommunistisch und deshalb ein Feind geworden.
Österreich konnte zerstückelt werden, weil es aus vielen Völkern bestand!
Aber Deutschland konnte nicht, wie Polen mehrmals in seiner Geschichte,
aufgeteilt werden. Es war wirtschaftlich als Rohstoffabnehmer einfach zu
wichtig. Man musste seine Einheit bewahren und wollte es nur schwächen, um
für die nächsten 100 Jahre Ruhe zu haben. Aber die Rechnung, vor allem der
Engländer mit ihrer „Balance of Power“, ging nicht auf und man hatte noch
nicht erkannt, dass der Faschismus und Nationalismus, den man von Amerika
über England bis Frankreich über unterstützte, viel fataler und
katastrophaler werden sollte, als der Kommunismus.
Die Engländer und Franzosen benutzten den Faschismus
gegen den Kommunismus und die Amerikaner unterstützten ihn gegen die
Engländer und Franzosen, die größten Kolonialherren.
Ein kleiner Überblick über die Geschichte Japans wäre
hier interessant, weil die Amerikaner auch hier dieses asiatische Volk gegen
die europäischen Großkolonialisten ausspielten.
Als Deutsche und Japaner die Engländer und Franzosen
während des 2. Weltkrieges genug geschwächt hatten, trat Amerika mit frischer
Kraft in den Krieg ein.
1933 kam in Deutschland ein Fanatiker, der das verkörpern
und in eine Richtung lenken konnte. Die deutschen Industriellen sahen in
Hitler jemanden, den sie für ihre wirtschaftlichen Ziele benutzen konnten.
Sie wussten noch nicht, dass er ihnen einmal über den Kopf wachsen sollte.
Selbst als der Diktator, Hitler, ganz offensichtlich auf einen
Vernichtungskrieg zuging, kamen die kurzsichtigen, auf schnellen Profit
bedachten, deutschen Industriellen noch immer nicht auf den Gedanken, dass so
ein Konflikt nicht gewonnen werden konnte. Das „Großdeutsche Reich“ war
einfach „zu klein“.
Nach all dem darf aber auch das Volk und seine Schuld
nicht vergessen werden. Der aufkommende Nationalismus, eine
Falschinterpretation der Geschichte und deren Unterricht, machte auch den
kleinen Mann übermütig. Das einfache Volk hatte Hitler entweder tatkräftig
unterstützt oder tatenlos zugesehen, als Bücher verbrannt und Juden oder
Oppositionelle verschleppt wurden. Bei einer Rede im Jahr 1942 fragte Hitler
das anwesende Volk mit schallender Stimme: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Ein
mehrfaches Hurra war die klare Antwort von Hundertausenden.
Als dann nach dem 2. Weltkrieg 1949 die ersten freien
Wahlen abgehalten wurden, wählte das Volk keine Demokraten, die gegen Hitler
versucht hatten, einen Widerstand aufzubauen, sondern rechtsgerichtete Nazis
und deren Handlanger.
Es muss eindeutig ausgesprochen werden: „Ja, der Deutsche
hatte den Krieg gewollt!“
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Montag, 14. September 2015
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