Montag, 14. September 2015

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Gründe oder Ursachen des zweiten Weltkrieges?

Wenn man einen Krieg will, hat man dafür Gründe.
Wenn man einfach „hineinrutscht“, gibt es dafür Ursachen.
Über den Verlauf des bisher größten aller Kriege wurden bereits sehr viele Bücher und Schriften verfasst. Die Frage ist  nur, warum sich kaum einer mit den Gründen, oder waren es Ursachen, beschäftigt hat. Das hat zur Entstehung der verschiedensten Theorien geführt:
-       Amerika habe Hitler aufgebaut
-       Die Juden hätten Hitler finanziert
Die Liste ist sehr lang und die Theorien zu aberwitzig, um auch nur Erwähnung zu verdienen.
Es handelt sich wie bei fast allen bewaffneten Konflikten, auch hier um wirtschaftliche, und wie uns die Größe anzeigt, um globale Interessen. Dass das kleine Deutschland dabei die Rolle der Zündkerze spielen sollte, hat historische Ursachen.
Zu Beginn der Neuzeit hatten die Portugiesen und Spanier der Welt durch die päpstliche Besiegelung eines Dokuments gezeigt, wie man die Welt aufteilen muss. Es wurde einfach eine Linie vom Nordpol bis zum Südpol gezogen, die den Globus in zwei Interessenzonen teilte. Es ging hauptsächlich um die Ausbeutung von Afrika und Südamerika und den beginnenden Sklavenhandel in Großformat. England und Frankreich traten ein bisschen später in den Ring und machten sich über Afrika, Nordamerika, Asien und Australien her. Das zaristische Russland kam über Sibirien bis nach Alaska. Das Osmanische blieb an der Verbindung zwischen Asien, Europa, Afrika und dem Mittelmeer, das Habsburgische Reich auf dem Balkan bis zum Schwarzen Meer eingeschlossen. Die U.S.A. hatten 1823 mit der Monroe-Doktrin Südamerika zu ihrem Einflussgebiet erklärt und Revolutionen, wie die des Bolivar, mit allen Mitteln unterstützt.
Und Deutschland? Es war wegen seiner Zersplitterung einfach kein Machtfaktor gewesen. Als es dann endlich unter der Führung Preußens zur Entfaltung kam, war die Welt schon aufgeteilt. Rohstoffe gab es im Land nur begrenzt vorhanden, vor allem Erdöle für synthetische Stoffe fehlten. Die Engländer kontrollierten deren Einfuhr auf das europäische Festland. Schon der preußische König zog England in einen Schiffrüstungswettbewerb hinein. Alle warteten darauf, die Grenzen der Einflusszonen neu zu ziehen. Deshalb begann der erste Weltkrieg, damals noch der „Große Krieg“, „Great War“, genannt.
Deutschland verlor diesen Konflikt, aber keiner hatte wirklich gewonnen. Russland war kommunistisch und deshalb ein Feind geworden. Österreich konnte zerstückelt werden, weil es aus vielen Völkern bestand! Aber Deutschland konnte nicht, wie Polen mehrmals in seiner Geschichte, aufgeteilt werden. Es war wirtschaftlich als Rohstoffabnehmer einfach zu wichtig. Man musste seine Einheit bewahren und wollte es nur schwächen, um für die nächsten 100 Jahre Ruhe zu haben. Aber die Rechnung, vor allem der Engländer mit ihrer „Balance of Power“, ging nicht auf und man hatte noch nicht erkannt, dass der Faschismus und Nationalismus, den man von Amerika über England bis Frankreich über unterstützte, viel fataler und katastrophaler werden sollte, als der Kommunismus.
Die Engländer und Franzosen benutzten den Faschismus gegen den Kommunismus und die Amerikaner unterstützten ihn gegen die Engländer und Franzosen, die größten Kolonialherren.
Ein kleiner Überblick über die Geschichte Japans wäre hier interessant, weil die Amerikaner auch hier dieses asiatische Volk gegen die europäischen Großkolonialisten ausspielten.
Als Deutsche und Japaner die Engländer und Franzosen während des 2. Weltkrieges genug geschwächt hatten, trat Amerika mit frischer Kraft in den Krieg ein.
1933 kam in Deutschland ein Fanatiker, der das verkörpern und in eine Richtung lenken konnte. Die deutschen Industriellen sahen in Hitler jemanden, den sie für ihre wirtschaftlichen Ziele benutzen konnten. Sie wussten noch nicht, dass er ihnen einmal über den Kopf wachsen sollte. Selbst als der Diktator, Hitler, ganz offensichtlich auf einen Vernichtungskrieg zuging, kamen die kurzsichtigen, auf schnellen Profit bedachten, deutschen Industriellen noch immer nicht auf den Gedanken, dass so ein Konflikt nicht gewonnen werden konnte. Das „Großdeutsche Reich“ war einfach „zu klein“.
Nach all dem darf aber auch das Volk und seine Schuld nicht vergessen werden. Der aufkommende Nationalismus, eine Falschinterpretation der Geschichte und deren Unterricht, machte auch den kleinen Mann übermütig. Das einfache Volk hatte Hitler entweder tatkräftig unterstützt oder tatenlos zugesehen, als Bücher verbrannt und Juden oder Oppositionelle verschleppt wurden. Bei einer Rede im Jahr 1942 fragte Hitler das anwesende Volk mit schallender Stimme: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Ein mehrfaches Hurra war die klare Antwort von Hundertausenden.
Als dann nach dem 2. Weltkrieg 1949 die ersten freien Wahlen abgehalten wurden, wählte das Volk keine Demokraten, die gegen Hitler versucht hatten, einen Widerstand aufzubauen, sondern rechtsgerichtete Nazis und deren Handlanger.
Es muss eindeutig ausgesprochen werden: „Ja, der Deutsche hatte den Krieg gewollt!“

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